Die Geschichte des Euro: Eine Chronik der Irrtümer und Fehleinschätzungen
Die letzten 25 Jahre haben viele Erwartungen nicht erfüllt
Am Donnerstag wird die EZB zu einer neuen Zinsentscheidung zusammentreffen. Allgemein wird eine weitere Senkung der Leitzinsen erwartet. Angesichts der zahlreichen enttäuschten Erwartungen im letzten Vierteljahrhundert, hoffen Wirtschaft und Anleger, dass das Projekt Euro endlich in ruhigeres Fahrwasser gerät.
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Mit der Einführung einer Gemeinschaftswährung wollte die EU die Staaten enger zusammenführen und für mehr Stabilität sorgen. Doch dieser Weg war holprig. Zahlreiche politische und ökonomische Fehleinschätzungen führten zu vielen Krisen.
Grundlegender Irrtum
Der Versuch, wirtschaftlich sehr unterschiedliche Länder zusammenzuführen, scheiterte bald. Länder wie Deutschland und Griechenland basieren auf verschiedenen wirtschaftlichen Strukturen und Rahmenbedingungen, das musste schiefgehen.
Die Begrenzung des Haushaltsdefizits auf 3 Prozent des BIP war von Beginn an zu optimistisch. Dazu kam noch, dass eine Überschreitung der Grenzen, vorwiegend von großen Ländern, wie Deutschland und Frankreich von der EU ohne große Konsequenzen akzeptiert wurden. Das wirkte sich fatal auf die Disziplin der Länder aus.
Niedrige Zinsen dienten der Spekulation
Doch auch die Europäische Zentralbank trug dazu bei, dass das Projekt Euro mehrfach an seine Grenzen stieß. Die niedrigen Zinsen sollten zunächst das Wirtschaftswachstum in den südlichen Euro-Ländern fördern, doch diese führte lediglich dazu, dass sich diese Länder immer weiter verschuldeten . Gleichzeitig begünstigten die niedrigen Zinsen zahlreiche Spekulationsblasen, vor allem am Immobiliensektor.
Die Zinsen sanken mit Beginn der globalen Finanzkrise im Jahr 2007/2008 auf den Nullpunkt. Damit floss viel Geld in die Märkte, doch die EZB kam aus der selbst gestellten Falle nicht mehr heraus. Es folgte eine Aushebelung substanzieller Marktgesetze. Sparer wurden bestraft, bankrotte Unternehmen künstlich im Markt gehalten.
Abhängig von billigem Geld
Die Eurokrise mit ihren zahlreichen Rettungspaketen kostete viel Geld, ohne die Probleme substanziell zu beheben. Die strengen Sparauflagen in den betroffenen Ländern führten zu sozialen Unruhen.
Im Rest Europas wurde Sparen unattraktiv, die Kapitalmärkte wurden durch anhaltend niedrige Leitzinsen abhängig von billigem Geld. Die 15 Jahre anhaltende Überflutung der Märkte mit billigem Geld führte in Folge dazu, dass die Inflation zu steigen begann. Die Währungshüter hielten diese zunächst für ein kurzfristiges Phänomen, mussten jedoch bald feststellen, dass sie sich geirrt hatten. Steigenden Energiepreise trieben die Preissteigerungen auf neue Rekordhöhen.
Niedrigzinspolitik bot keinen Handlungsspielraum mehr
Doch angesichts der niedrigen Zinsen stellten die EZB vor ein großes Problem. Steigende Zinsen würden die Staaten ebenso wie hoch verschuldete Unternehmen und Private in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Das langfristig verzerrte Gleichgewicht zwischen Sparern und Schuldnern trat damit deutlich hervor.
So zeigte sich in den vergangenen 25 Jahren immer wieder, dass kurzfristige Lösungen und das Verschließen der Augen vor wirtschaftlichen Realitäten nicht zum Erfolg führt. Stabilität und Vertrauen in den Euro hängen stark davon ab, dass strukturelle Probleme behoben und Reformen eingeleitet werden. Nur mit entsprechender Disziplin kann die Gemeinschaftswährung bestehen bleiben. Immerhin steht sie auch vonseiten der Kryptowährungen unter Druck.
Nicht umsonst versucht die EU das Projekt digitaler Euro erfolgreich zu realisieren. Doch während dieser noch Jahr auf sich warten lässt, kommen weiterhin neue Coins wie Sponge V2 auf den Markt und werben um Investoren.
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